WANJA BELAGA

WANJA BELAGA . Presse


"Genie, das aus der Kälte kam" SZ, 29.12.2006
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Weitere Presseauszüge und Anküdigungen der Veranstalter:

Auf die Frage der Zeitschrift Partituren (1/08) "Welcher Komponist hat Sie im letzten Jahr am meisten beeindruckt?" antwortet der bekannte Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung, Ralf Dombrowski:"Wanja Belaga. Russischer Pianist und Souverän der Komprovisation, der spontanen, aber gültigen Strukturfindung."

Derselbe Musikjournalist schrieb bereits nach dem ersten öffentlichen Konzert Wanja Belagas Ende 2004 in der Süddeutschen Zeitung: „Was er am Flügel präsentierte ist erstaunlich. Belagas Stil ist erfreulich unbeeinflusst von den Großmeistern der Improvisation. Er schöpft aus einem Fundus der Höreindrücke, der von Rachmaninoff bis Cecil Taylor reicht, emanzipiert sich aber im selben Augenblick von den Referenzen, da er sie im Zitat andeutet. Seine Musik fließt und brandet, im harmonischen Eindruck frei… Pedalarm und notenreich jagt Belaga durch die Stimmungsräume, bevorzugt die unteren und mittleren Register…dabei hilft ihm die nun reaktivierte Technik auch höllisch komplexe Passagen wie selbstverständlich perlen zu lassen… eines ist schon nach wenigen Minuten klar: Belaga ist einer der unkonventionellsten Pianisten, die die Münchner Szene derzeit zu bieten hat. Und er hat eben erst angefangen, sich an seine Kompetenzen zu erinnern.“

Für ein Konzert in Soßmar kündigt der Veranstalter den Pianisten mit den Worten an: „Wanja Belaga bestreitet das wohl ungewöhnlichste Konzert in 2009. Er entführt uns in völlig neue Welten der Klaviermusik. Kaum ein Musiker ist umstrittener bei den Kritikern als er. Für die einen ist er ein hoch begabter Scharlatan, für die anderen ein Genie am Klavier. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete ihn als „das Genie, das aus der Kälte kam“. Es ist unmöglich diesen Ausnahmemusiker in ein paar Sätzen zu beschreiben. Man muss ihn erlebt haben. Er ist verwirrend einmalig.“

Ebenso überzeugt ist die Intendanz der Festspiele Sanssouci und schreibt über ein Gipfeltreffen der Pianisten Joachim Kühn, Jasper van’t Hof und Wanja Belaga: „Was andere mühsam, doch meist vergeblich zu erlernen suchen, schütteln diese drei Pianisten aus dem Handgelenk: Sie beherrschen die Kunst der Improvisation, das Spiel im freien Fall auf so selbstverständliche Weise, dass es gewissermaßen zu ihrer zweiten Natur geworden ist. „Es ist fast so, als wenn ich mir von oben zuschauen würde. Die Finger flitzen, wie sie wollen“, beschreibt der gebürtige Moskauer Wanja Belaga dieses im Grunde unerklärliche Phänomen.“

Die sonst eher poporientierte Webseite www.yourmusicandmore.de schreibt im Dezember 2008: „Melodien, die scheinbar aus dem Nichts entstehen. Sie nehmen dich mit auf eine Reise, manchmal begegnen dir alte Bekannte, oft betrittst du nie erahntes Neuland. Wanja Belaga entführt dich in eine musikalische Welt, die dich packt, fesselt. Virtuos, man kann schon sagen artistisch, herrscht er über die Tasten. Vermittelt einmal ein fröhlich hin und her flatterndes Vöglein, dann wieder Schwere, die dir die Luft nimmt. Am Ende erwachst du, wie aus einem Traum, sortierst deine Gedanken, dann bist du wieder in der Realität. Schade, es hätte noch ein bisschen dauern können.“

Die Süddeutsche Zeitung schreibt 2006 unter der Überschrift "Das Genie, das aus der Kälte kam": "Belaga hat wohl das Zeug dazu, zum Zirkel der wenigen überzeugenden Wanderer zwischen den musikalischen Welten dazu zustoßen."

in der Neuen Osnabrücker Zeitung stand im September 2008 nach einem Konzert unter anderem: "Da gibt es den rhythmisch komplexen und stockenden toccataartigen Bassriff, der mit beiden Händen zunehmend ausformuliert wird. Da gibt es an Rachmaninowsche Klangwelt erinnernde Arpeggien über die ganze Tastatur. Da zaubert er ein kreidendes Neun-Ton-Thema hervor, das fortspinnungsartig zu großen Klangkaskaden diatonischer Hymnik aufgebaut wird und kompositorisch – Belaga sagt: „komprovisatorisch“ – auf einen Vier-Ton-Kern reduziert und weiterentwickelt wird. Da gibt es aber auch die pedalisierte Sextenseeligkeit, die sich akkordisch verdichtet und quasi attacca in einen maschinenhaften Marsch übergeht.
Und da gibt es einen exaltiert artistischen Boogie-Woogie als Mittelteil eines romantisch gefärbten Liedes ohne Worte. Bei all diesen Stücken ist weniger die stupende Geläufigkeit und Virtuosität beeindruckend, sondern die teilweise metrisch vollkommene Unabhängigkeit beider Hände in melodisch-rhythmisch hochkomplexen Passagen und der gleichermaßen kernige wie gesangliche Anschlag, der unwillkürlich an pianistische Größen wie Glenn Gould und Oscar Peterson erinnern und den Hörer bereitwillig in die Klangwelt der Improvisation eintauchen lässt."

Die Hessische Niedersächsische Allgemeine pflichtet ihr im Dezember 2008 bei: „Musikalische Ekstase.Mal weich gleitend, dann wieder stakkatohaft begab er sich während des Konzertes geradezu in einen musikalischen Rausch. Experimentell jonglierte er mit den Tönen, schleuderte sie dem Publikum bisweilen mit einer Nonchalance, die ihresgleichen sucht, entgegen. Der Körper wiegte sich im Takt der Musik vor und zurück, die langen, blonden Strähnen des Pianisten wirbelten nur so durch die Luft, und die Hände glitten in einem atemberaubenden Tempo die Klaviertasten entlang: Mal sanft streichelnd, dann fast energisch auf die Tasten einschlagend. Begonnene Melodien verebbten, um sich als etwas völlig Neues fortzusetzen. Gerade dieses Fragmentarische, dieses Mosaikhafte war es, was seine Musik prägte. Durch starke Kontraste erschuf der Pianist eine elektrisierende musikalische Spannung: Manchmal schienen sich die Töne in einem letzten Aufbäumen der folgenden Melodie widersetzen zu wollen, dann herrschte streckenweise wieder eine große musikalische Harmonie. Seine Spontanwerke präsentierten sich verspielt sinnlich, mitunter sanft, fast zahm, schließlich jedoch wieder provokativ angriffslustig. Wanja Belaga erschuf fragile Klangwelten, um seine eigenen Gebilde durch Disharmonien und harte Brüche wieder vor den Augen des Publikums kunstvoll zu zerstören und gerade dadurch zu veredeln. Und wenn der Pianist dann doch mal nach Noten spielte, verlieh er selbst den Klavierübungen von Bach und Oscar Peterson seine ganz eigene Note. Auch ein Schuss Theatralik durfte nicht fehlen: Vom obligatorischen Rotweinglas auf dem Klavier bis hin zum in den Nacken geworfenen Kopf und den gen Himmel gerichteten Augen beherrschte der Pianist die Kunst der Inszenierung.
Fazit: Wanja Belaga harmonierte die eisige Kälte Russlands mit loderndem, musikalischem Feuer, das auf die begeisterten Zuhörer überging und sie nicht an Applaus sparen ließ.

Auch der Donaukurier ist im Sepzember 2008 begeistert: „Der erste Akkord der Saison erklingt auf dem altehrwürdigen Instrument, und eines ist sofort klar: Die Kunst Belagas eröffnet sich nicht im Vorbeigehen – man setzt sich besser geduldig hin, schon alleine um das in dieser andächtigen Stille störende Knarzen des Holzbodens zu vermeiden. Man muss seinen vor Kreativität strotzenden Improvisationen zwischen den Welten von Klassik und Jazz, den wunderbaren Geschichten, die er erzählt, aufmerksam lauschen, um ihm auf seinen eigenwilligen, unkonventionellen Pfaden zu folgen. So abenteuerlich, wie sich auch seine Wunderkind-Biografie liest und unbedingt zur Deutung seines Spiels heran gezogen werden sollte... ...Die Konzerttätigkeit als Pianist nahm er nach 18-jähriger Abstinenz erst vor zwei Jahren wieder auf und wurde auf Anhieb von der Fachkritik gefeiert als "Genie, das aus der Kälte kam." Dieses "Malerische" findet sich auf Tasten gebracht in individueller Formgestaltung wieder, in oft farbenprächtigen, eng geführten Klangflächen unter üppiger Tastenakrobatik, dann wieder strichgenaue, nur getupfte Arpeggien, lyrische, berührende Passagen, in einem für sämtliche Assoziationen offenen, tief emotionalen Stil, der in Harmonie und Rhythmik aus dem Rahmen fällt – ob der nun aus Klassik, Jazz oder Postmoderne geschreinert ist. So wenig wie Belaga nach Zahlen malt, spielt er nach Noten – nicht weil er alles auswendig kann: Er improvisiert. Traumwandlerisch. "Marke Eigenbau" oder "Spontankompositionen", wie er es selbst bezeichnet.
Gewissen Strukturen und Motiven folgend stürzt er sich, so beschrieb er es mal in einem Interview, mit Mut zum Risiko "in einen Tunnel", in den müsse er "reinkommen, dann wird es gut."